DESIGN oder nicht sein

Vor etwa zehn Tagen habe ich zufällig eine Folge Inas Nacht gefunden, bei der Xavier Naidoo zu Gast ist. Das hat mich an ein Album von ihm erinnert, das ich vor vielen Jahren gern gehört habe. Das hör ich gerade die ganze Zeit und frage mich wieviel er wohl durchgemacht hat um zu solchen Texten zu kommen? Generell sagt ja immer jeder, dass es so schwer ist von der Kunst leben zu können. Und alle wollen einen davon überzeugen, dass es besser ist sich was anderes zu suchen. Ein anderer von Inas Gästen, ich habe es leider vergessen, hat einmal gesagt dass auch keiner die Jahre des Versagens sieht. In denen man sich nur scheiße fühlt undverzweifelt. Wo allein Kinokarten wie der reinste Luxus erscheinen.

 

mountains do not rise without earthquakes

 

what do you do when all the odds seem against you - when everyone around you thinks you'reweird, stubborn or lost your mind. do they really think that - what the hell is wrong with them. like any entrepreneur can prove: you shouldn't do it - what if everyone tells you you should quit - you should get a proper job - youre 31 years old now - grow up - don't be a child - you dont work - youre not doing anything - youre losing - es fühlt sich grade so an als würden alle Stricke reißen. Mein Umfeld setzt mich total unter Druck. Alle reagieren komisch.

 

 

Nicht mal du weißt es jetzt weil du dich nicht auseinandersetzt mit dem was du bist. Und auch ich weiß es nicht, lüg mir zu oft ins Gesicht mit dem was ich bin.

 

Bist du aufgewacht? Und wirst du diesen Wahnsinn endlich sehn?

Ihr wart dem Abgrund noch nie so nah und lauft mit großen Schritten auf ihn zu. Manche von uns sehen es klar, wir brauchen gar nichts mehr dazu zu tun.

 

The only real failure is the failure to try

 

Aaaber: Wenn man sich einig werden will, gibt es eine Möglichkeit. Wenn man sich nicht einig werden will gibt es viel zu viele Möglichkeiten.

 

 

 

26. Februar 2020

 

Heute vor 20 Jahren hat mein Opa noch gelebt. Morgen nicht mehr. Ich weiß es nicht was ihm den Mut zu leben geraubt hat. Ich werde es in diesem Leben auch nicht erfahren. Mein Problem ist, dass ich ihn so dringend gebraucht hätte. Er wäre derjenige gewesen, der mir den Rücken gestärkt hätte. Da bin ich mir sicher. Ich bin nämlich die längste Zeit vor Angst gelähmt gewesen. Meine Füße sind manchmal wirklich bleischwer und wollen sich gar nicht bewegen.

 

Angst  kann ganz schön viel. Sie kann einem den Schlaf rauben. Man kann blind vor Angst sein. Blöd, wenn man so taub ist wie ich. Da kann man es sich wirklich nicht leisten blind zu sein. Sie kann Panikattacken auslösen. Von dem abbringen, was man tun will. Davon abhalten, die Wahrheit zu sagen. Unsicher und x-beinig vor anderen stehen. Einen dazu bringen sich klein zu machen, weil man sowieso nicht glaubt etwas schaffen zu können. Sie kann die Nerven zum Flattern bringen und einen davon abhalten klar zu denken. Dann redet man nur wirres Zeug daher. Oder stottert. Bleibt erfolglos und gerne unsichtbar. Gibt allen anderen immer den Vorrang. Versucht andere Gründe für das Versagen zu finden als Angst. Wird ziemlich abgestumpft und gefühllos weil sie alle anderen Gefühle verdrängt. Das verursacht dann auch Einsamkeit.

 

Anlässlich des traurigen 20-Jahre Jubiläums habe ich aber beschlossen mit diesen angstbehafteten Verhaltensweisen aufzuhören. Ich habe sie alle einzeln in großen Buchstaben auf violetten Einkaufszetteln aufgeschrieben. Ängstliche Menschen haben eine sehr kleine Handschrift, die man fast nicht lesen kann. Deshalb die großen Buchstaben. Violett ist die Farbe der Depression. Die brauchen wir auch nicht mehr. Morgen werde ich sie am Bischling begraben.

 

Ich stell es mir so schwierig vor wie rauchen aufhören. Aber das habe ich ja geschafft. Es waren mindestens fünf Jahre mentale Vorbereitung nötig. Möglich gemacht haben es Nikotinkaugummis, ein "Nichtraucher"-Armband (Technik Brettchenweben) und ein unvergesslicher Tag am Mattsee mit zwei Freunden, Marvin und David. Und ein Satz: ich muss nicht mehr rauchen. An diesem Tag waren wir mit Davids Mini-Motorboot - es gingen genau drei Liegestühle rauf - am Mattsee unterwegs und es war ein bisschen wie Fluch der Karibik. Weil das Boot so klein war und wir an einem Strand wo wirklich niemand hinkommt gelandet sind. Ich glaube Marvin hat sogar den Titelsong von Fluch der Karibik gespielt. So lustig. Morgen werd ich allerdings allein am Bischling rumlaufen. Nur mit meiner Kamera. Und viele Fotos schießen. Irgendetwas in mir sagt, dass das so besser ist. Aber der Felix weiß bescheid. Und das Armband (Technik Knüpfen) ist schon vorbereitet. Es soll mich dann immer an meinen Entschluss erinnern. Mentale Vorbereitung hatte ich auch.

 

Und dann wurde es mir klar: dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst du dir einig sein. Doch dieses Leben bietet so viel mehr. Aber mir wird gerade klar, dass ich schon so viel von diesem steinigen Weg hinter mir habe, dass die Steine allmählich recht klein werden. Bald ist es Sand, Strand, Meer. Ich fühle mich nur so scheiße und erfolglos. Irgendwie nicht so als gäbe es einen Grund mich zu mögen. Oder vielleicht mag ich mich nur selber nicht und kann es deshalb nicht sehen, dass andere gar nicht so denken? Kommt mir unglaubwürdig vor, kann aber gut sein.

 

16. März 2020

 

Der erste Tag der Ausgangsbeschränkungen ist überstanden. Corona hat uns alle fest im Griff. Und ich frage mich wie mein Leben an diesen Punkt gekommen ist. Sage mir, dass ich über die Angst schreiben muss, damit mich andere verstehen können. Aber was soll ich euch sagen? Euer Leben war wahrscheinlich ziemlich stressfrei, auch wenn es euch nicht so erscheint.

 

OH! And there it is my wit's end!

 

Aber in meiner Familie gibt es keinen, der völlig gesund ist. Meine Oma wurde aus ihrem Dorf im Burgenland mehr oder weniger vertrieben, weil sie ein "lediges" Kind hatte. Sie ist bis heute ständig davon überzeugt nur zu stören und anderen etwas schuldig zu sein. Meine beiden Opas waren solche *ledigen* Kinder. Der eine hat sein ganzes Leben darunter gelitten, war Alkoholiker, wollte Geschäftsmann sein und durfte nicht. Er hat sich am Schluss das Leben genommen. Der andere ist gestorben, als mein Vater gerade mal 23 war. Meine Tante wurde mit elf völlig aus ihrem gewohnten Leben gerissen um zu ihrer Mutter nach Salzburg zu kommen. Meine andere Tante starb bei der Geburt ihres dritten Kindes. Der hat sein ganzes Leben unter dieser Tatsache gelitten. Einer meiner Cousins ist schizophren, Meine Cousine hat ihren Mann bei einem Bergunfall verloren und war schwer krank. Meine Mutter hat schwere Depressionen und war zwei Jahre lang im Burn-Out-Krankenstand. Meine Schwester hat schwere Skoliose und Depressionen. Mein Vater ist eigentlich auch emotional total überfordert mit allem. Und zu all dem Überfluss war ich auch noch zehn Jahre mit einem Mann zusammen, dessen Vater auch viel zu früh gestorben ist. Der selbst mit 15 erwachsen werden musste. Und ab dann auf seine jüngeren Geschwister aufpassen musste und bis heute - ebenfalls 20 Jahre später - nichts anders tut. In der Familie seines Vaters sind auch nur üble Dinge passiert.

 

Und ich? Neben all denen habe ich mich immer nur komisch gefühlt. Wollte all ihre Probleme auf mich nehmen. Die meisten Krisen habe ich gemeistert indem ich ohne Pause gezeichnet, fotografiert oder Mode designt habe. Ich habe mein ganzes Leben nur Sätze gehört wie: Du kannst das nicht. Das geht nicht. Du musst das so machen. Du machst das falsch. Du musst dir wieder die Haare schneiden. Deine Ohrringe passen nicht zu den Schuhen. Sätze, die mit "ich möchte" oder "ich brauche" beginnen, waren immer nutzlos und wurden wegrationalisiert. Bis da so ein blonder Typ aufgetaucht ist, der mich immer wieder gefragt hat, was ich will. Und ich wieder gelernt habe solche Sätze zu formulieren. Viele sind es noch nicht und meistens nur Kleinigkeiten. Aber allmählich kann ich mich davon überzeugen, dass man das auch bekommen kann, was man bekommen will.

 

Irgendwie habe ich mich immer wie das hässliche Entlein gefühlt. Und wurde vom Pech verfolgt. Bin manchmal noch vor Angst gelähmt. Perfektioniere nach wie vor alles bis ins letzte Detail. Und verliere allmählich die Überzeugung nichts zu können und nur nutzlise Ideen zu haben. Allmöhlich greift die Vorstellung, dass die Angst am Bischling vergraben liegt. Und es werden andere Sätze lauter. Zeig denen, was in dir steckt. Du hast es in der Hand. Du muss dir selber am wichtigsten sein. Die Füße werden auch leichter.

 

conclusion

 

Du fragst dich: Warum bist du hier? In dieser dunklen Welt? Mach dir endlich Licht! Mach es endlich hell! Es liegt wirklich an dir! Und was du daraus machst! Es liegt nicht an der Welt, weil die Welt darüber lacht.

 

Corona macht mir keine Angst. Wer sich vor allem und jedem gefürchtet hat, kennt Strategien um die Angst klein zu machen. Wenn man sich auf das konzentriert, das jetzt notwendig ist, ist schon viel geschafft. Dazwischen sollte man sich über den Kaffee freuen, den man gerade trinkt. Wenn man dann auch noch die Zeit nützt um sich mit denen auseinanderzusetzen, die man jetzt sehen darf, kann schon viel Gutes passieren. Jetzt bleibt auch viel Zeit um sich über die dringenden Probleme unserer Zeit zu informieren. Dokumentationen gibt es zu diesem Thema zur Genüge, sogar auf YouTube, jederzeit abrufbar.

 

Empört euch beschwert euch und wehrt euch es ist nie zu spät

 

 

 

 Ich heiße Julia Bachleitner und beschäftige mich schon seit 16+ Jahren mit Mode. Diese Internetseite soll euch den Zauber vom selbermachen näherbringen oder ermöglichen faire, nachhaltige, coole Kleidung zu kaufen. Man muss nicht zu den billigen, großen Ketten gehen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen.

 

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