LEONARDO DA VINCI CA 1503-1517
LEONARDO DA VINCI CA 1503-1517

renaissance

Der Name Renaissance bedeutet Wiedergeburt, damit meint man genauer die Wiedergeburt der Antike, an der sich die Renaissance orientiert und eine dementsprechend freiere Geisteshaltung anstrebt. Mit der Renaissance beginnt auch die Neuzeit, das Mittelalter endet.

historische fakten

GUTENBERG BIBEL
GUTENBERG BIBEL

Der Mensch wird zum Maß aller Dinge, wurde als individuelle Person wahrgenommen und die Dinge selbst werden als Lebewesen gesehen. Auch die erste Form der Rechtssprechung entwickelte sich (in Deutschland?). Das Menschenbild hat sich zwar verändert, aber das Stadtbild nicht. Wolf Dietrich von Rattenau beschloss deshalb, den Domplatz von Salzburg zu errichten, deshalb musste auch der Petersfriedhof weichen. Da die Salzburger damit nicht einverstanden waren, wurde der Sebastiansfriedhof (Linzer Gasse) errichtet.

 

Auch Düleymans Froidenton (Musik), ein deutsches Kloster, entspricht der der Renaissance, in der Leichtigkeit eine wichtige Rolle spielt und der Rhythmus auf den Tanz abgestimmt wird. Die Musik, unter anderem von Paul Hofhaymer und Orlando di Lasso, war dazu die Menschen zum Tanzen zu bringen, also auch um sich körperlich zu betätigen.

 

Der Baustil wurde an antiken Vorbildern orientiert, wo eine horizontale Gliederung wieder wichtig wurde, die durch schlanke griechische Säulen und kräftigere römische Bogenkonstruktionen erreicht wurde.

 

Wichtig für diese Epoche ist die Reformation, eine Bewegung zur Erneuerung der Kirche die durch Martin Luther begann. Er war eigentlich ein braver Katholik und wollte nur seine eigene Kirche reformieren und den Ablasshandel abschaffen, bei dem man sich von seinen Sünden freikaufen konnte. Zu diesem Zweck verfasste er die 12 Thesen, die ein braver Katholik einhalten sollte. Da die Katholiken aber nicht bereit waren sich zu ändern und wohl vor allem auf die Geldquelle nicht verzichten wollten, wurde er exkommuniziert und es blieb ihm nicht viel anderes übrig, als eine neue, die evangelische Kirche zu entwickeln. Durch die Erfindung des Buchdrucks konnten Bücher nun viel billiger hergestellt werden. Dies bedeutete natürlich auch für viele einen leichteren Zugang zur Bildung. Dennoch darf man nicht glauben, dass lesen eine sehr weit verbreitete Fähigkeit war.

 

Auch die ersten Universitäten entstehen in dieser Epoche (um 1600), die durch die Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg begünstigt werden, da sie einen neuen, einfacheren Umgang mit Wissen darstellen. Mit der Erfindung des Papieres wird auch das Basismaterial der Bücher erheblich billiger und die Literatur kann so leichter verbreitet werden. Damit nimmt auch die Intellektualität eine wichtigere Rolle in der Gesellschaft ein. Die Ungebildeten bleiben zurück um Arbeiten zu verrichten, die Gebildete nicht tun würden.

 

Wichtige italienische Künstler waren Michelangelo, Botticelli (die Geburt der Venus, die als Symbol für die Persönlichkeitsentwicklung gilt), Pontormos Damenbildnis, Dante Alighieris göttliche Komödie und Palladio, ein Baumeister dessen Bauten an die Tempel aus Griechenlands erinnern. Zu den wichtigen deutschen Künstlern zählt Albrecht Dürer, dessen Hase auf bestimmten Skizzenblöcken noch heute abgebildet ist und der für seine feine, genaue, naturgetreue Darstellung der Dinge bekannt ist. Derartige Genauigkeit wäre im Mittelalter nicht notwendig gewesen. Die Fugger waren eine bedeutende deutsche Kaufmannsfamilie, die sogar dem Kaiser Geld borgten. Auch ihre Frauen hatten viel Mitspracherecht. Sie importierten Stoffe aus Venedig und damit wohl auch die Renaissance selbst. In Venedig entstand dafür der Palazzo Tedesci. Shakespeare ist der bekannteste englische Schriftsteller, obwohl es Gerüchte gibt, dass seine Werke von Adligen verfasst wurden, die ihre wahren Namen nicht nennen wollten. Da hätten es genausogut die Damen sein können, ähnliches ist später von Jane Austen bekannt. Die Theaterstücke wurden im Globe Theater in London aufgeführt und dienten zur Volksbelustigung, ersetzten aber für viele auch die Bücher. Dennoch waren die Berufe den Männern vorbehalten, die sich sogar als weibliche Schauspielerinnen verkleideten. Innerhalb des Hauses hingegen war die Frau die Chefin.

 

Erstmals ist es notwendig eine Epoche in die einzelnen Länder zu unterteilen, da sie je nach Land unterschiedlich verlief aber sich größtenteils gleichzeitig entwickelte und genauso in die nachfolgende Epoche überlief. Die Renaissance ging von Italien aus und hat sich von dort über den Rest Europas verteilt. Deshalb wurde auch die italienische Kleidung nach und nach übernommen, bis sie letztlich von der spanischen Hofmode abgelöst wurde.

 

Galileos Entdeckung, die Welt ist eine Kugel, sorgt weithin für viel Aufregung und bringt später Christoph Kolumbus auf die Idee einen direkten Weg nach Indien zu suchen. Entdeckt hat er Amerika, was er lange Zeit nicht einmal sich selbst eingestehen wollte. Mit der spanischen Seeflotte und Christoph Kolumbus, fand man auch einen Weg die Indianer auszubeuten und das Christentum fanatisch zu verbreiten. Durch die Entdeckung Amerikas und die Errichtung eines Kolonialreiches, stieg Spanien zur politischen Großmacht auf. Damit verbreitete sich die spanische Mode und auch das spanische Hofzeremoniell über Europa und wurde in Österreich bis zum Ende der Monarchie gepflegt. Eine der Sitten, ist es den gesamten Hofstaat bei der Geburt des neuen Kaisers zusehen zu lassen, damit sie alle sicher sein können welches Neugeborene der Nachfolger ist. Erst Victoria I hat sich dagegen aufgelehnt.

 

Durch die Inquisition konnten alle, die sich nicht kirchenkonform verhielten oder übertreten wollten, problemlos verfolgt und hingerichtet werden. Pizarro ist als derjenige, der die Inkas ihres Goldes beraubt hat, bekannt. Ihre Goldschätze wurden nach Spanien gebracht, eingeschmolzen und wieder neu verarbeitet. Dass dabei viele Schätze verloren gingen und die Kultur fast vollständig vernichtet wurde ist verständlich, die Inkas selbst waren aber auch nicht gerade für eine friedliche Kultur bekannt.

In der Renaissance begann man die einzelnen Kleidungsstücke umzustrukturieren. Durch Papier und Buchdruck können auch die ersten Schnittmusterbücher entstehen, in denen die einzelnen Teile der Kleidungsstücke dargestellt werden.

 

kleidung in italien

RAFFAEL CA 1506
RAFFAEL CA 1506

Das Hemd und die Beinlinge blieben im Wesentlichen gleich, dazu trug man aber ein Wams. Mis parti bedeutet, dass das linke Bein eine andere Farbe hatte als das rechte, das war damals schon üblich. Heute wird man belächelt, wenn man zwei unterschiedliche Socken trägt. Die Beinlinge entwickelten sich später weiter, indem eine Sohle direkt daran genäht wurde. Diese Beinlinge mussten aber eher schlabbrig gewesen sein, da es noch keine dehnbaren Stoffe gab. Dazu benötigte man eine Schamkapsel, Braguette, eine wattierter Hosenlatz in Beutel- oder Kugelform, der zwischen den Beinkleidern befestigt werden musste. Diese Braguette entwickelte sich schon in der Spätgotik. Auch die Pluderhose entwickelte sich schon in der Renaissance, sie ist eine weite Hose mit Überfall, die bis übers Knie reichte und oft längs geschlitzt war, wodurch das Futter herausquoll.

 

Die Haare der Männer waren kurz, sie ließen sich auch keinen Bart wachsen. Wenn überhaupt trugen die Männer nur Mützen mit aufgeschlagener Krempe.

 

Die Kinder sahen auch in der Renaissance wie Miniaturausführungen ihrer Eltern aus, die spezielle Kinderkleidung entwickelte sich erst später. Die Buben bekommen erst wenn sie in die Schule gehen ihre erste Hose.

 

RAFFAEL CA 1506
RAFFAEL CA 1506

Rock und Mieder wurden erstmals getrennt. Zum ausgeschnittenen Mieder konnte man einen Goller tragen, er war ein breiter Schulterkragen. Die Schuhe waren flach oder trippenähnlich, allmählich etwickelte sich daraus ein spezieller Schuh, der Chopin, der einem Schlapfen gleicht und einen Absatz unter dem Vorderfuß hat. Auch die Unterwäsche entstand in dieser Zeit, dafür wurden nur die feinsten Materialien verwendet. Eine weitere neue Erfindung der Renaissance ist das Taschentuch, das dazu diente sich abzuwischen, damit der Dreck nicht mehr an den Ärmeln sichtbar wurde. Außerdem wurde es erstmals wichtig, sich immer wieder verändern zu können. Die einfachste Lösung für dieses Problem war es austauschbare Ärmel zu haben, sie wurden nur angenestelt. Dazwischen wurde auch das Hemd sichtbar.

 

Die Haare wurden, eigentlich bis ins 20. Jahrhundert, lang getragen und auf der Stirn ausgezupft, eine hohe Stirn galt als Zeichen der Intellektualität. Hohe Türme von Haaren, im besten Fall waren sie blond, waren beliebt, in denen man Perlen und Bändchen befestigte. Zur Not konnten die Haare auch gebleicht werden, indem man Bleichmittel in Hüte gab oder sich in der Sonne mit zusätzlichem Bleichmittel legte. Auch das hellhäutige Gesicht war ein wichtiges Symbol des Adels, da es bedeutete, dass man nicht arbeiten und somit auch nicht der Sonne direkt aussetzen musste. Sicherheitshalber wurden deshalb auch Masken getragen, die vor den Sonnenstrahlen schützten. Die Perlen und Bänder als Verzierungen fanden sich aber auch im Gewand wieder, ansonsten wurde nur wenig Schmuck getragen.

 

kleidung in deutschland (reformation)

Die Landschaft überträgt sich von Gemälden auch auf die Stoffe und die Kleidung. Stoffe wurden von den Fuggern aus Venedig importiert und auch in Deutschland ausgeführt, die deutschen Stoffe hatten allerdings andere Farben.

 

Die Schaube diente als knie- oder knöchellanger Mantel für Frauen und Männer. Sie war ein dekorativer, großer Übermantel mit einem großen Schalkragen und weiten Ärmeln und zusätzlichen Armschlitzen, der oft mit Pelz besetzt oder gefüttert war. Meistens wurde sie ungegürtet getragen und war vorne offen. Als Robe wird sie von Richtern und als Talar von protestantischen Geistlichen noch heute getragen.

 

Der Kuhmaulschuh entwickelte sich, da er an der Spitze rund und übertrieben war, so dass sie wie ein Kuhmaul aussah, bekam er diesen Namen. Es war ein flacher Schuh, der vorne sehr weit ausgeschnitten war und durch die hochgezogene Ferse ihren Halt erhielt. Sein Zweck war es den Menschen wieder mehr Bewegungsfreiheit zu geben, die auch oft zum Tanzen genützt wurde. Außerdem gab es Hornschuhe, die zudem ausgestopfte seitliche Spitzen hatten.

 

Die für die Renaissance typische Kopfbedeckung war das flache heiligenscheinähnliche Barett, das mit Federn und Schnüren reich verziert und an der Kalotte, einer enganliegenden Kappe, bei Frauen einem Haarnetz, befestigt wurde. Diese Form der Kopfbedeckung gab es nur in Deutschland und England. Anstelle des Baretts waren aber auch Hauben weiterhin in Mode. Als Schmuck waren schwere Ringe, Ketten, Medaillons und Goldreifen beliebt. Schnürmieder, Goller und Schürze, die sich in dieser Zeit entwickelten, sind heute noch Bestandteil der bäuerlichen Tracht.

 

Die Körperpflege in dieser Zeit war einigermaßen in Ordnung.

 

HANS HOLBEIN JR 1532
HANS HOLBEIN JR 1532

Das enganliegende Schoßwams reichte bis knapp an die Hüfte. Darunter trug man ein Hemd mit fein gefältetem Hals- und Ärmelabschluss. Darüber oder anstelle des Wamses wurde ein knielanger Rock angelegt, dessen Schöße mit Falten versehen waren, den man Falt- oder Paltrock nannte. Er hatte entweder einen Ausschnitt, der bis zur Gürtellinie reichte, oder er wurde hoch geschlossen. Zum Faltrock oder dem Wams wurden breit ausladende, auswechselbare Ärmel getragen, die oft geschlitzt und farbig unterlegt und mehrfach abgebunden wurden, wodurch sie Puffungen erhielten.

 

Die Beinkleider bestanden aus einer weit geschnittenen Kniehose und daran angenestelten oder -genähten Strümpfen. Häufig wurden die engen Beinlinge an einem Gürtel befestigt, sie waren immer noch verschiedenfarbig oder mehrfarbig unterteilt (mi-parti).

 

Die Kolbe war der häufigste Haarschnitt der Männer, sie war eine rundgeschnittene, ungescheitelte Frisur. Die Männer trugen ein Barrett und manchmal auch ein Haarnetz.

 

In der Landsknechtstracht entwickelten sich viele Schlitze, die eine bessere Bewegungsfreiheit ermöglichten und eine Pluderhose, die ebenfalls mit Puffungen und Schlitzen versehen wurde. Diese Pluderhose wurde später auch in die Alltagskleidung integriert. Landsknechte waren zu Fuß kämpfende Soldaten, eigentlich Bauern denen in betrunkenem Zustand ein Söldnervertrag untergejubelt wurde.

 

LUCAS CRANACH JR 1543
LUCAS CRANACH JR 1543

Das miederähnliche, enge Leibchen war vom Rock getrennt, vorne häufig geschnürt oder mit einem Brustlatz versehen. Der runde oder eckige Ausschnitt ging in die Breite und wurde meistens mit einem fein gefältelten Hemd ausgefüllt, das am Hals mit einer Rüsche abschloss. Außerdem gab es einen rundgeschnitten Schulterkragen, den Goller, aus Samt oder Seide, der meist einen Stehkragen hatte und mit Stickereien verziert wurde. Die üppigen Ärmel wurden eingenestelt, also mit einer Schnur befestigt, und waren dadurch austauschbar. Durch Abschnürungen und Zwischenstreifen erhielten sie mehrfache Unterteilungen sowie Puffungen. Häufig bekamen sie auch Schlitze, die mit andersfärbigen Stoffen unterlegt wurden. Der Manschetten- und Rüschenabschluss bedeckte oft die halbe Hand.

 

Der weite, schleppende Rock war in Falten gelegt und durch Borten und Blenden querbetont. Er musste beim Gehen angehoben werden, wodurch der faltenreiche Unterrock sichtbar wurde. Man konnte dazu auch eine stark bestickte Schürze tragen, die später auch einen Ersatz für den oberen Rock sein konnte.

 

Die deutschen Frauen trugen zu dieser Zeit viel Schmuck: Halsketten und Ringe. Ihre Haare wurden von einem Netz aus Gold- oder Silberfäden, der Calotte, zusammengehalten, aber nicht an der Stirn gezupft. Dazu trugen sie auch Handschuhe und spitzenbesetzte Ziertücher.

 

spanische hofmode

Diese Modeform drückte die strenge Geisteshaltung der Gegenreformation (Inquisition) aus, schrieb Farben, Formen und Details genauestens vor. Sie war einerseits prunkvoll und vornehm, andererseits steif, unbequem und düster in der Farbgebung. Schwarz war die wichtigste Farbe, da die Kleidung von der Kirche aus nicht auffällig sein durfte, hatte aber auch den Vorteil, dass man den Goldschmuck damit am Besten betonen konnte. Je mehr Goldschmuck man trug, desto besser.

 

Da die Pferde das einzige Fortbewegungsmittel waren, wurde auch ihnen eine eigene Mode geschneidert, um ihre Wichtigkeit zu symbolisieren. Diese Mode wurde auf den Reiter abgestimmt. Auch die spanische Hofreitschule ist in der damaligen Zeit sehr wichtig, diese Fähigkeiten, die die Pferde dort lernten, waren sehr wichtig wenn sie in den Krieg zogen.

 

Die Spanier legten keinen Wert auf Körperpflege.

ISAAC OLIVER 1616
ISAAC OLIVER 1616

Der Oberkörper der Männer wurde durch das eng taillierte, stark wattierte Schoßwams oder Oberrock stark vergrößert, um Stärke und Machtpotenzial zu symbolisieren. Der Gänsebauch war der stark wattierte Brustteil, das ab der Mitte spitz nach unten verlief.

Das Hemd ist eines der wichtigsten Erfindungen der Renaissance.

 

Ein mit Knöpfen hochgeschlossener Rock erhielt einen hohen steifen Stehkragen, über den die Hemdkrause noch hinausragte. Der Wagenradkragen, der auch Kröse genannt wird, wurde immer größer und steifer und war schließlich ein eigener Teil der Bekleidung. Die dazu gehörenden langen Ärmel waren ebenfalls wattiert und mit einer steifen Krause als Abschluss ausgestattet. Außerdem waren sie gepufft, geschlitzt und mit Schulterwülsten versehen.

 

Dazu konnte man Überröcke tragen, die nur lose Zierärmeln hatten.

 

Die Heerpauke oder Kürbishose wurde dazu getragen, sie war eine stark wattierte Hose mit engem Bund, häufig mit farbig unterlegten Schlitzen, die kaum über die Oberschenkel reichte. Die Braguette oder Schamkapsel war ebenfalls wattiert. Kombiniert wurde diese Hose mit enganliegenden Strumpfhosen oder an Bändern befestigten Beinlingen.

 

Ein Halbkreismantel gehörte dazu und diente den Schwertkämpfern als Gewichtsausgleich auf der linken Schulter. Das spanische Mäntelchen war ein sehr kurzer, glockig geschnittener Mantel aus Samt oder Seide, der nur umgelegt wurde. Nur gehobene Schichten durften Handschuhe tragen, da sie auch ein Machtsymbol waren, und gelegentlich durch einen Schlag mit dem Handschuh jemand anderes zum Kampf herausgefordert werden konnte.

 

Die weichen, den Fuß eng umschließenden Lederschuhe hatten oftmals eine reiche Lochverzierung oder Prägemusterung.

 

Der Haarschnitt wurde wieder kürzer, da die Haare für den riesigen Kragen hinderlich waren. Auch der Spitzbart war ein Symbol der Männlichkeit. Als Kopfbedeckung verwendete man die Toque oder einen hohen Filzhut mit schmalem Rand, der sogenannte spanische Hut. Der erlesene Schmuck bestand vor allem aus Ringen und Ketten.

 

Die engen Mieder waren immer hochgeschlossen, Bleiplatten wurden eingenäht oder es wurde mit Fischbeinstäbchen oder Drähten versteift, um die Brust flachzudrücken. Auch die Schneppe wurde in dieser Zeit entwickelt, sie ist eine spitz zulaufende, abgerundete Taillenverlängerung an Oberteilen. Die Schneppe bleibt bis in die Gründerjahre, immer wieder, ein Teil der Kleidung. Mit einem darunterliegenden Korsett wurde die Taille eng geschnürt. Die Halsrüsche aus gefältetem weißen Leinen oder Spitze entwickelte sich allmählich zum Wagenrad- oder Mühlsteinkragen/Kröse, dieser ist besonders hoch und kreisförmig, hindert einen bei fast allen Kopfbewegungen. Auch der Stuartkragen kam in Mode, bei dem gesteifte Spitzen fächerförmig hochstehend den Kopf umgaben. Dazu trug man gerne weite Überärmel, die durch Puffungen und Wülste die Oberarme betonten. Auch der Abschluss der Ärmel bekam eine weiße Krause.

 

Durch umgebundene Polster erreichte man eine Verbreiterung der Hüften. Außerdem trug man den Verdugado oder Tugendwächter, er ist der erste Reifrock der Kostümgeschichte, denn er besteht aus einem Gestell aus biegsamen Gerten, hat eine Kegelform und einen Unterrock, der über ihn gespannt wird. Der Oberrock war nun nicht mehr in Falten gelegt, wurde vorne meistens geöffnet und an den Kanten mit Borten verziert. Die Ropa ist ein mantelähnliches, durchgehend geschnittenes Kleidungsstück, das auch gelegentlich, vor allem wohl wegen des wärmenden Effektes, getragen wurde.

 

Die Damenschuhe waren häufig aus Brokat oder besticktem Samt, manchmal wurden sie sogar mit einem hohen Sockel getragen, diese nannte man Chopinen. Die Toque ist ein kleiner, flacher, steifer Hut, der höchstens eine kleine Krempe hat. Darunter wurde das Haar zu strengen Hochfrisuren gesteckt. Als Accessoires gab es neben Fransenschärpen und Taillengürtel aus Goldketten auch feine Handschuhe, Ziertaschentücher und Fächer.

 

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

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