JUGENDSTIL & GRÜNDERJAHRE

historische fakten

Die soziale Situation wurde immer schlechter und hat sich zum ersten Weltkrieg zugespitzt. In dieser Zeit waren auch die Frauen beruflich tätig, um das Einkommen der Familie aufzubessern. Die Lehrerinnen der damaligen Zeit durften aber nicht heiraten und konnten jederzeit an einen anderen Ort versetzt werden. Tuberkulose war auch ein großes Problem in dieser Zeit, es beginnt mit leichtem Fieber und einer äußerst kreativen Phase, die man zumeist in Sanatorien verbrachte, endet aber mit blutigem Husten.

Bälle waren ein wichtiger abendlicher Zeitvertreib um die Jahrhundertwende, aus heutiger Sicht wirken sie wie Verheiratungsmärkte. Tagsüber wurde immer mehr Sport betrieben, Tennis, Hochrad und Schwimmen waren besonders beliebt, benötigten auch eine eigene Modelinie. Diese Situation führte auch zur Emanzipation der Frauen.

Die Zeit rund um die Jahrhundertwende brachte einen ungeheuren Fortschritt von Technik und Wissenschaft mit sich, die auch die Lebensgewohnheiten veränderten, so auch die ersten Armbanduhren.

Reform- und Emanzipationsbestrebungen zur Verbesserung des Stellenwerts der Frau in der Gesellschaft gingen vor allem von Ärzten, Künstlern und Frauenvereinen aus. Die Kunstrichtung des Jugendstil versuchte, das Funktionelle mit dem Natürlichen und Ästhetischen in Einklang zu bringen, sie machte sich auch in Architektur und Kunsthandwerk sichtbar.

 

kleidung

 Die Kleidung von sowohl Männern als auch Frauen richtete sich nun in Stoff, Farbe und Schnitt nach Zweck und Gelegenheit. Weiche, schwingende Linien, einfache Ornamente, die der Natur nachempfunden waren, und materialgerechte Gestaltung kennzeichnen diesen Stil. Die Reformmode kam aus Amerika zurück und beeinflusste die Kleidung der Europäer. Sie brachte vereinfachte Formen, lebhafte Farben und neue dekorative Muster, die durch den Jugendstil inspiriert wurde, mit sich.

Zu Beginn war die Kleidung der Männer sehr ähnlich wie die des Biedermeier, Männer trugen Frack, Lackschuhe mit Schleife und eine hohe Bundhose. Die Krawatten wurden den heutigen immer ähnlicher. Was viele erstaunen wird ist, dass Männer zu dieser Zeit auch Korsetts trugen. 

Für die Herrenmode war weiterhin der "englische Stil", mit seinen sachlich korrekten Formen und zurückhaltenden Farben und Designs, ausschlaggebend.

 

Im Beruf und auf der Straße trug der Herr den Sakkoanzug in mäßig taillierter und sehr hochgeschlossener Form. Mit der Zeit wurde die Taillierung stärker, der Revers erhielt einen längeren Verlauf, die knöchellangen Hosen verjüngten sich nach unten und bekamen Aufschläge und Bügelfalten. Für sportliche Anlässe trug man aber eine kürzere Knickerbocker.

Bei offiziellen Anlässen am Tag setzte sich allmählich der Cutaway als formelles Bekleidungsstück durch. Die Schöße des Obergewandes waren vorne abgerundet und es wurde mit einer aufschlaglosen, gestreiften Hose kombiniert. Dazu trug man knöchelhohe Schnür- und Knüpfstiefel oder auch dunklere Halbschuhe, zu denen man Stoffgamaschen gehörten. Als Gesellschaftskleidung zu abendlichen Feierlichkeiten trug man den Smoking und nur mehr bei großen, offiziellen Abendgesellschaften wurde ein Frack getragen. Abends gehörten sich auch die Lackschuhe. Dem Anzug entsprechend wurde der Mantel gewählt. Die Möglichkeiten einen passenden Mantel zu finden reichten von Paletot, der jetzt auch Chesterfield genannt wird, über einen sportlicheren Ulster und den bequemeren Raglanmantel bis zu einem kürzeren Coat.

Einstecktuch, Handschuhe und Spazierstock gehörten noch immer zur korrekten kompletten Ausstattung des Hern. Dazu trug man auch Krawattennadeln und Hemd- und Manschettenknöpfe aus kostbarem Material.

 

Die Mode verändert sich langsam von 2. Rokoko in die Richtung der Gründerjahre, wo eine ganz schlanke Linie dominierte. Die Kleider waren hochgeschlossen und die Oberweite wurde zusammengepresst. Nur abends durften die jungen Damen ein wenig weitere Ausschnitte tragen.

Der Reifrock verschwindet wieder, die mehrfachen Lagen an Unterröcken bleiben aber gleich. Das Korsett reicht bis zur Hüfte und wird nach hinten hinausgebogen, diese Silhouette nennt sich Cul de Paris. Diese Korsetts haben nachweislich die Organstruktur der Frauen beschädigt. Die Lungen waren viel zu klein, nach Luft schnappen war sehr schwierig, weshalb sie in schockierenden Situationen so leicht in Ohnmacht fielen. Die Lösung für dieses Problem war damals das Riechsalz, das aus ätzendem Ammoniak bestand, was die Gesundheit nun auch nicht gerade gefördert hat. Dennoch wurde diese S-Silhouette immer stärker betont. Sigmund Freud hingegen schloss aus dieser Tatsache, dass es nur hysterische Frauen gibt. Wenn der Mann gewusst hätte, dass die Hysterie nur mit Atemproblemen in Verbindung steht, sähe es heute vielleicht anders aus.

Zum Cul de Paris gehören sehr enge Röcke, die Länge der Schleppe richtete sich nach dem Anlass, Tageskleidung hatte bald keine Schleppe mehr. Mit der Verkürzung des Rockes kamen zu den Ballkleidern auch Pumps, ausgeschnittene Schuhe, auf.

Die ersten Kostüme und Bluse, wie wir sie heute kennen, stammt aus dieser Zeit. Man trug weiße Blusen und bunt kombinierte Röcke und Oberteile, die leichter zu waschen waren als früher. Dazu wurden Hauben getragen, die Schute verschwindet,

Die Damenmode zur Zeit vor der Jahrhundertwende war weiterhin luxuriös und verschwenderisch in Material, Verarbeitung und Ausputz, wurde aber in dezenten Farben gehalten. Die Emanzipation brachte für die Damen eine zweckmäßigere, gesündere Kleidung mit sich, da sie nicht mehr so schwer und stark geschnürt war. Das Oberteil war lang und lief spitz aus, tagsüber wurde ein hochgeschlossenes Oberteil mit Stehkragen getragen, das mit der Zeit immer blusiger und mit Einsätzen verziert wurde. Üppig gebauschte Ärmel, besonders Keulenärmel, waren beliebt. Dazu gehörten Röcke in schlanker Silhouette, die vorne schmal und im Rücken schleppend waren. Auch der in Bahnen geschnittene Glockenrock kam auf, an den Hüften lag er eng an und sprang ab dem Knie faltenreich auf. Rockfutter und Unterkleid, beides aus Seide und mit Volants besetzt, gaben Fülle und bewirkten das beliebte Rascheln. Häufig trug man auch Bluse und Rock mit einem Gürtel, der die Taille betonen sollte. Das Bolero ließ den reizvollen Ausputz der Bluse sehen. Auch das Kostüm mit Jacken im Herrenschnitt bekam seinen festen Platz in der Damenmode. Gerade oder taillierte Mäntel und längere Jacken verdrängten die Umhänge. Die Haare wurden in strengen Wellenfrisuren mit Nackenknoten getragen und mit kleineren Kopfbedeckungen verziert.

Um 1900 kamen Prinzessschnitte in Mode, die sehr langen Ärmel wurden enger und Leib und Hüfte wurden mit dem Korsett zu einer geraden Front geschnürt, die trotzdem die Brüste betonte und von der Seite mit einer S-Form verglichen werden kann. Dazu gehörten ausladende Frisuraufbauten und ein wagenradförmiger Hut, der mit Federn, Bändern, Blumen und Schleifen verziert wurde. Das Reformkleid hingegen fiel von den Schultern und der Brust weich fließend und sollte der ungesunden Mode entgegenwirken, fand aber nur als Gesellschaftskleid Anklang. Allmählich rückte aber auch in der Tageskleidung die Taille wieder höher und wurde weniger geschnürt.

Um 1910 gab es die sogenannten Humpelröcke, die so eng waren, dass man kaum richtig gehen konnte, weshalb sie sich genausowenig durchsetzten wie der Hosenrock. Um 1914 dominierte in der Tagesmode ein fußfreier, gerader Rock, der oft mit einem drapierten Überrock und einem blusigen Oberteil kombiniert wurde. Für die Abendmode hingegen wurden extravagante orientalische Einflüsse in der Kleidung bevorzugt.

Mit den immer kürzer werdenden Röcken wurde auch immer mehr Schuh sichtbar. Allmählich setzten sich die weit ausgeschnittenen Pumps durch. Diese Pumps hatten eine spitze Form, halbhohe geschweifte Absätze und häufig eine Ristspange. Die Pumps, die abends getragen wurden, waren oft aus Seide und wurden reich verziert. Dazu trug man nun nicht mehr nur mehr schwarze sondern auch hellere und farbige Strümpfe. Hut, Handschuhe und Handtasche waren zum Ausgehen noch immer unentbehrlich. Im Sommer kam ein Sonnenschirm dazu, im Winter ein Muff. Abends trug man außerdem phantasievollen Schmuck, Federboa und Fächer.

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

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