historismus

historische fakten

Diese Zeit wird als Historismus bezeichnet, da sie sich sehr stark an den Ideen vergangener Epochen orientiert. Sie war vor allem durch die Industrialisierung gekennzeichnet, die sich in vielen Dingen sichtbar macht. Es gab dennoch noch keine Elektrizität, deshalb wurde Walfett oder Tran für die Lampen verwendet. Das Kaufhaus Harrods in London und in der Franz Josef Straße in Salzburg sind Bauwerke aus dieser Zeit. Stilelemente und Formen vergangener Epochen, vor allem der Gotik und der Renaissance, wurden nachgeahmt und vermischt. Dies galt für Kirchen und andere repräsentative Bauwerke, aber auch für Zweckbauten, wie Bahnhöfe und Fabrikshallen.

 

Grundlage für die neue Epoche war der Wunsch vieles aus dem Rokoko wiederherstellen zu können und sich diesem Stil wieder anzugleichen. Das Denkschema entwickelte sich zurück, es wurde wieder eingeschränkt, genauso wie die Bewegungsfreiheit der Frauen. Der Hofstaat hat – wie immer – alle Regeln aufgestellt und damit auch viele Schwierigkeiten gebracht. In weiß zu heiraten blieb den gehobenen Kreisen vorbehalten, allerdings hatten alle Bräute weiße Schleier.

 

Nach dem deutsch-französischen Krieg wurde das deutsche Kaiserreich gegründet, dort entstanden danach viele wirtschaftliche Unternehmungen. Deshalb nennt man diese Zeit auch die Gründerjahre.

 

In Europa herrschte wieder unglaubliche Armut, weshalb viele nach Amerika auswanderten, wo sie sich eine bessere Zukunft versprachen. Auch dort war das Leben allerdings nicht für viele so rosig, wie sie glaubten. Dennoch entwickelten die Amerikaner die Reformkleidung, die auf das Notwendigste reduziert war und den Umständen angepasst wurde.

 

Kaiserin Sissi ist die wohl bekannteste Persönlichkeit aus dieser Zeit. Ihr wird unter anderem nachgesagt, dass sie Haarausfall wütend machte und deshalb ihre Zofe die ausgefallenen Haare, zum Teil wohl aus Selbstschutz, schnellstens in ihrer Schürze versteckte.

 

kleidung

Die Mechanisierung in Spinnerei und Weberei machten viele Kleidungsstücke erschwinglicher. Die erste Nähmaschine, noch mit Einfadentechnik, wurde in Österreich erfunden. Die Amerikaner entwickelten eine Nähmaschine mit Ober- und Unterfaden, die bis heute erhalten blieb. Die Nähmaschinen hatten damals noch ein Kurbelrad oder ein Pedal, konnten aber viel schneller nähen als es ein Schneider mit der Hand könnte. Durch diese Erfindung wurde auch die Konfektionskleidung entwickelt und erschwinglicher, dadurch war es einer breiteren Bevölkerungsschicht möglich, sich modisch zu kleiden. Durch die Beschleunigung der textilen Tätigkeiten, glaubten alle, dass es bald keine Arbeit mehr geben würde, irgendwie hatten sie aber recht, wenn man bedenkt wie wenig Schneider heutzutage benötigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt musste alles von Hand genäht werden. Wegen Isolation und dem erhöhten Sitzplatz, der den Stoff daran hinderte am Boden zu schleifen, saßen die Schneider im Schneidersitz auf dem Tisch.

 

Viele Haushalte der Bürger inkludierten eine Nähmaschine, die fix an einem Tisch montiert war und wie ein Kunstwerk in der Wohnung präsentiert wurde.

 

Zum ersten Mal wird auch Kleidung für den Sport entwickelt.

 

Die Kleidung der Herren zeichnete sich durch sachliche, zeitlose und zweckmäßige Formen in unauffälligen, dunklen Farben aus. Sie hat sich nur leicht von der des Biedermeier unterschieden und richtete sich noch immer nach dem englischen Vorbild. Je nach Anlass, ob beruflich oder gesellschaftlich, wurden unterschiedliche Formen der Kleidung getragen. Zunächst dominierten noch Gehrock und Frack, die in schwarz gehalten waren und mit einer gestreiften Hose kombiniert wurden.

 

Die Hemden waren nicht selten bestickt, die Krägen wurden mit der Zeit immer öfter steif und waren anknöpfbar.

 

Aber allmählich setzte sich das bequemere Jackett oder Sakko durch, dessen durchgehend geschnittenen Vorder- und Rückenteile nur noch wenig tailliert waren. Eine zweireihige Fasson und die Betonung der Kanten waren beliebte Maßnahmen zur Verschönerung. Die darunterliegende Weste war anfangs noch farbig. Mit der Entstehung des Sakkoanzugs wurden Sakko, Weste und Hose aber immer aus demselben Stoff mit gleicher Farbgebung geschneidert.

 

Die Hosen hatten noch immer eine erhöhte Taille, erhielten aber mehr Weite und waren oft gestreift oder kariert.

 

Die bevorzugte Mantelform war noch immer der Paletot.

 

Die zeitgemäße Schuhform war ein vorn geschnürter oder geknöpfter Stiefel.

 

Je nach Anzug trug man entweder eine schmale Krawatte, einen breiten Plastron (Seidenkrawatte) oder einen Querbinder. Die Frisur wurde mit Pomade in die richtige Form mit Scheitel gebracht. Darüber trug man zu Frack und Gehrock einen steifen Zylinder, zum Straßenanzug eine Melone, ein steifer, runder Filzhut mit kleiner Krempe, und zum Sommeranzug einen Canotier, ein flacher Strohhut. Handschuhe, und Stock oder Stockschirm gehörten zu einem korrekt gekleideten Herrn.

 

Die Kleidung für die Damen der bürgerlichen Gesellschaft diente vor allem der Repräsentation und war aufwändig in Material und Ausputz. Von 1860-70 orientierte sich die Damenmode am französischen Kaiserhof Napoleons III., der den Rokokostil wieder aufgriff, diese Phase nennt sich daher 2. Rokoko. In der darauffolgenden Zeit wird der modische Stil mit dem Titel Gründerjahre bezeichnet.

 

Im 2. Rokoko hatte das Mieder vorne eien Schneppe und wurde meist durchgeknöpft. Tagsüber trug man ein hochgeschlossenes Mieder, das mit einem Spitzenkragen ergänzt wurde, abends wurde ein ausgeschnittenes, verziertes Mieder getragen. Corsage und Unterröcke trug man sogar unter dem Morgenmantel. Die Taillen werden stündlich enger geschnürt, da auch die Mode wieder enger wird, Korsetts und Mieder betonen die Hüfte. Die Pagodenärmel waren oben enganliegende und ab dem Ellenbogen glockig erweiterte Ärmel, die mit Rüschen-, Volant- und Spitzenbesatz oft überladen wurden. Darunter trug man noch dazu bauschige Unterärmel.

 

Die Unterröcke wurden allmählich aber nicht vollständig durch eine Krinoline aus Fischbein ersetzt, später wurden sie aus Horn oder Stahl und Eisenbändern gefertigt. Die Röcke nahmen eine Kuppelform an, die gewaltige Ausmaße hatte, dies konnte nur durch die Krinoline erreicht werden. Überdies erhielt der Rock durch Volants, Rüschen und Stickereien eine Querbetonung. Ab 1860 flachte der Rock vorne ab, erweiterte sich erst in Kniehöhe und wurde im Rücken durch eine faltenreiche Schleppe ergänzt. Schließlich wurde der Oberrock hochgenommen und am Gesäß über ein Gestell gebauscht. Dies nennt man Tournüre, sie wurde damals zusätzlich verschwenderisch mit Posamenten, Schleifen, Volants und Spitzen verziert. Das Volumen der Silhouette der Frauen reduziert sich immer mehr. Aber die dreieckigen Schals, Capes, Umhänge und Mantillen bleiben bis nach dem 2. Rokoko gleich. Dazu kamen auch Jacken im Herrenschnitt auf.

 

Die Damengarderobe vervollständigten wadenhohe Stiefel oder Stiefeletten mit halbhohen Absätzen, da kein Bein gezeigt werden durfte. Oftmals wurden die Stiefelchen bestickt oder mit Steppverzierungen verschönert.

 

Die Haare wurden nur zu wichtigen Festen lockig getragen oder künstlich gelockt. Sonst trug man sie glatt mit Mittelscheitel zu einem Knödel gedreht. Oftmals wurden die manchmal schlichten, dann wieder aufwändigen Frisuren mit edlen Haarnetzen, perlen, Edelsteinen, Bändern, Federn und Blumen geschmückt.

 

Accessoires waren Umhängetücher und -mäntel, sowie kleine Mützen und Hauben, ein Fächer und aufwendiger Schmuck, der an die Feste (Taufe, Hochzeit, Beerdigung) angepasst war. Als derartigen Schmuck trug man große Medaillons, Ohrgehänge, Broschen und Armbänder, die mit Edelsteinen oder Perlen besetzt wurden. Die Kapotte ist so ein kleiner Hut, der üppig garniert wurde und mit Bändern zusammengehalten wurde, auch im Biedermeier wurde er getragen, direkt über der Stirn oder auf dem Hinterkopf. Im Freien bei Sonnenschein gehörte ein schönes Schirmchen, Handschuhe und -tasche einfach dazu.

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

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