germanen

Historische Fakten

 

Die klimatischen und regionalen Bedingungen waren für die Germanen ganz anders als für alle vorher erwähnten Kulturen. Den größten Unterschied bildet dabei die Kälte, die das Anbauen von Nutzpflanzen erschwerte. Verschiedene germanische Stämme besiedelten den mittel- und nordeuropäischen Raum. Durch ihr Vordringen bis zu den Alpen, etwa ab 800 v. Chr., kamen sie mit den antiken Mittelmeervölkern und deren hochentwickelter Kultur in Berührung. Während der Völkerwanderungszeit im 2. - 6. Jahrhundert trugen die Germanen zum Ende der römischen Vorherrschaft in Süd- und Westeuropa bei. Dennoch machte sich auch in ihrer Kleidung, vor allem bei den Frauen, ein antiker Einfluss bemerkbar. Moorfunde erleichtern die Rekonstruktion der damaligen Kleidung.

 

Damals gab es Scheren für alles, sie sehen aus wie die heutigen Schafscheren. Auch Schwerter wurden hergestellt, indem man das Metall lang dehnte und dann gefalten hat, dieses wurde wieder gedehnt und gefaltet, bis etwa 64 sehr feine Metallschichten übereinander lagen und geschliffen werden konnten. Mit Bernstein, einem Baumharz, das sich über Jahrmillionen zu einem festen „Stein“ entwickelt, wurde auch damals schon gehandelt. Manchmal sind in ihm auch Insekten eingeschlossen. Es gibt ein Bernsteinzimmer (Estland oder Lettland ?) das komplett damit ausgestaltet wurde.

 

Kleidung

 

Selbst die stärksten Männer benötigen in dieser Kälte eine Hose. Deshalb musste die Kleidung auch eine wärmende Funktion haben. Materialien waren Wolle, Leinen und auch Tierfelle. Gegen die Kälte schützte ein Cape, ein großes Tuch das über die Schultern und auch den Kopf gelegt und vorne durch Fibeln zusammen gehalten wurde.

 

Die germanische Tracht ist im ländlichen Kleidungsstil noch immer ein Einfluss. Das ist nicht so verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es kaum andere, stark differenzierte Möglichkeiten gibt, um sich warm zu kleiden, und die germanische Version als die praktischste Lösung erscheint.

 

Gewebt wurde mit einem sogenannten Gewichtswebstuhl, für die Stoffe verwendet man Wolle oder Leinen, die farbige Wolle wurde zur Musterung eingesetzt. Auch farbige Kanten, Besätze und Fransen verzierten die eher einfach gehaltene Kleidung.

 

Der Bundschuh, der von Männern und Frauen getragen wurde, bestand aus Leder, dessen Fellseite nach innen gedreht wurde. Er hatte rundum und vor allem vorne ein Riemengeflecht und Löcher durch die ein Band gezogen wurde, das den Schuh am Fuß hielt.

 

 Die Männer trugen ein tunika-ähnliches Hemd, das ringsum geschlossen war, gegürtet wurde und Kittel genannt wird. Erst später bekam es kurze oder lange Ärmel und auch manchmal eine Kapuze. Darunter wurde ein leinenes Hemd getragen.

 

Dazu trug man eine windelartige Hose an der die Beinlinge oder Wickelbinden als Verlängerung befestigt werden konnten, diese Kombination gleicht den heutigen islamischen Hosen. Sie hatte schon Schlaufen und wurde mit einem Gürtel gehalten.

 

Das Haar der Männer war lang und wurde entweder frei herabfallend getragen, geknotet oder zu einem Knödel gebunden. Die langen, dichten Haare der Germanen symbolisierten ihre Stärke. Dazu konnte man hohe oder halbkugelförmige Mützen aus Fell oder geknüpfter Wolle tragen.

 

Ab dieser Zeit bis ins 19. Jahrhundert trugen die Männer immer Waffen, die sich im Lauf der Zeit natürlich veränderten. Die Germanen trugen vor allem Schwerter, aber auch Lanzen, die für die Jagd besonders geeignet waren. Im Kampf trug man außerdem Helme mit Tierköpfen.

 

 Die Grundform der germanischen Tracht sind Rock, Bluse und Bundschuhe. Der Rock war weit, knöchellang und wurde in der Taille in Falten gelegt. Mit einem geflochtenen Fransengürtel oder einer Schnur konnte der Rock befestigt werden, dazu gehörte sie eine dekorative Gürtelscheibe und der Schlüssel, der daran befestigt wurde und ihnen die „Schlüsselgewalt“ verlieh (?). Junge Mädchen trugen einen knielangen Schnurrock, der aus dicht nebeneinander liegenden Schnüren bestand, die an einem Bund befestigt wurde.

 

In der Eisenzeit trugen die Frauen ein faltenreiches Hemdkleid, das über den Kopf gezogen und an beiden Schultern von Fibeln, Spangen oder Nadeln, gehalten und ein- oder zweimal gegürtet wurde. Anfangs war es ärmellos und wurde mit einer darunter oder darüber liegenden Ärmelbluse kombiniert. Später bekam das Kleid kurze oder lange Ärmel.

 

Darunter trug man Brust-, Bein- und Schenkelbinden, es wurden mit Bändern gehaltene Strümpfe benötigt.

 

Unverheiratete Frauen trugen ihr langes Haar offen, es wurde mit einem Reif gehalten. Verheiratete Frauen erkannte man an den langen Zöpfen oder gerollten Knoten am Hinterkopf, die in Netze gelegt wurden. Als Kopfbedeckung dienten Tücher, Schleier und Hauben.

 

Außerdem trugen fast alle Frauen reich ornamentierten Schmuck, der als Bestandteil der Kleidung galt. Die prunkvollen Gürtelscheiben, breiten Fibeln, Halskragen, Arm- und Beinspangen, Ohr- und Fingerringe, die aus Bronze oder Edelmetallen gefertigt und mit Edelsteinen, Glasperlen, Email oder Bernstein verziert sein konnten.

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

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