SPIEGELSAAL IN VERSAILLES
SPIEGELSAAL IN VERSAILLES

barock

historische fakten

Der Prager Fenstersturz war der Beginn des 30-jährigen Kriegs (1618-48), der aus konfessionellen Gegensätzen entstanden ist. Dies nennt man Hegemonie, dabei geht es um den Kampf um die Überlegenheit einer Institution, der Kirche. Daraus entwickelte sich auch ein Kampf um die Vormacht in Europa, die Spanien vorübergehend an die Niederlande abgeben musste. Während diesem Krieg begann man, für sein Haus einen eigenen Brunnen zu bauen, da man sich beim Dorfbrunnen nicht mehr sicher sein konnte, dass niemand eine Leiche hineingeschmissen hatte, um das ganze Dorf zu vergiften.

 

Nach 1648 beginnen wieder friedlichere Zeiten, jedoch mit dem ersten absolutistischen König, Louis XIV, in Frankreich. Dieser hat alles bestimmt, unter anderem dass er der einzige war, der rote Schuhe tragen durfte, hatte aber auch eine große Affinität zu Musik und Kunst. Lully war sein Hofkomponist, während Händel der in London war. Unter ihm bestimmte bald Frankreich das politische und kulturelle Geschehen in Europa.

 

Louis XIVs prunkvolles Versailles wurde zum Vorbild für alle Bauwerke. Versailles hat einen großen Park, der als Flaniermeile diente, damit sich der Adel auch draußen aufhalten konnte. So entstanden die ersten barocken Gärten, weiters entstanden überall prächtige Schlösser und Kirchen. Das Repräsentationsbedürfnis der Herrscher zeigte sich vor allem in diesen Bauwerken, bei denen das Gesamtkunstwerk wichtig wurde. Diese Bauwerke kennzeichnen sich neben geschwungenen und verschnörkelten Fassaden auch durch übervoll ausgeschmückte Innenräume. Die Symmetrie, gewundene Säulen, Zwiebeltürme und Kuppeln sind ein weiteres Merkmal dieses Baustieles.

 

Das barocke Lebensgefühl der Adeligen war angenehm, man beschäftigte sich mit singen, theaterspielen, tanzen, musizieren, lustwandeln, einem Konglomerat aus allen künstlerischen Dingen. Allerdings war man davon überzeugt, dass Wasser schädlich für die Gesundheit war, und hat diesen Mangel an Hygiene mit Parfums überdeckt.

 

Durch die Eroberungen der Portugiesen wurden schwarze Menschen in Europa bekannt. Sie wurden als Dekoration angesehen, einen schwarzen Diener zu haben wurde höchst beliebt, sie wurden aber auch sehr geschätzt. Maria Theresia zum Beispiel hat ihren Diener sehr geliebt. Die Schwarzen sind ab diesem Zeitpunkt auch auf vielen Bildern zu sehen.

 

kleidung

Die niederländische Mode stand am Beginn des Barocks, sie war eher bürgerlich. Die Krägen wurden wieder flach und niedrig, um sich nicht zu behindern. Ein weicher Filzhut mit breiter Krempe und Bänder- und Federschmuck kam auf, der sich zum Schlapphut entwickelte, und über halblangem, gelocktem Haar getragen wurde.

 

Als die Franzosen die Vormachtstellung übernahmen, wurde auch ihre Mode maßgebend. Diese war wieder sehr elegant und luxuriös, die Männerkleidung sogar extravagant und pompös.

 

Als Verzierung der Kleidung dienen viele Engageantes, es sind mehrfache Spitzenvolants oder Rüschen, die als Ärmelabschluss dienen. Die Klöppelspitze findet sich bis zur französischen Revolution überall, denn Spitze entwickelte sich zum wichtigsten modischen Attribut. Dazu trug man kostbare Armbänder, Colliers und Ohrringe. Auch Lange Handschuhe, Muff und Stock gehörten zum modischen Erscheinungsbild. Für die höfische Mode gilt, dass sie aus edleren Materialien gefertigt wurde, wie etwa schwerem Damast, Samt oder Brokat. Die Art der Kleidung ist aber prinzipiell ähnlich. Für die Höfe gilt aber, dass sie sehr schnell auf die Veränderungen, die vom französischen Hof ausgingen, reagieren wollten. Modepuppen, die die neueste Kleidung trugen, und erste Modezeitschriften beschleunigten diesen Prozess.

 

Auch Schuhe mit einer Kugel über den Zehen wurden entwickelt. Louis XIVs Kleidungsstil wurde bald in ganz Europa übernommen. Geflochtenes ist die Bündelung der Kraft.

 

Kindermode gab es aber auch im Barock noch nicht.

 

Das Wams wurde in der Taille abgeschnitten, stattdessen gab es einen Schoß. Es wurde während des dreißigjährigen Krieges hochgeschlossen getragen. Die offenen Nähte der weiten Ärmel ließen das reich verzierte Hemd sehen, sie bekamen Spitzenmanschetten und dazu trug man einen flachen Spitzenkragen.Die Hosen benötigten keine Schamkapseln mehr, sie wurden der heutigen Hose ähnlicher. Soldaten trugen eine weite Pluderhose, die mehr Bewegungsfreiheit ermöglichte. Die Schärpe ist ein Zeichen der Würde oder des Ranges. Als Überrock konnte man einen Lederkoller ohne oder mit eingenestelten Ärmeln tragen. Es gab unterschiedliche Formen von Schuhen, manche waren vorn rechteckig und bekamen einen Absatz. Die Stiefel hatten einen sehr langen Schaft, man benötigte dazu einen zweiten Strumpf, der den ersten schöneren vor der Abnützung schützte. Dazu trug man Sporen mit Eisenrädchen an der Spitze und einen Säbel, als Attribut. Später entwickelten sich uach Halbschuhe mit Absätzen, die aus Damast oder Brokat gefertigt, mit Spangen geschlossen und mit auswechselbaren Rosetten oder Schleifen verziert wurden. Dazu trug man farbige Seidenstrümpfe, die mit Schleifen befestigt wurden.

 

Das kleine Bärtchen ist noch immer ein Zeichen der Männlichkeit. Ein Schlapphut diente auch dazu Macht zu demonstrieren. Diese Form der Bekleidung lebt durch die Cowboys noch lange weiter.

 

Die Rheingrafentracht entwickelte sich nach 1648 und hatte einen weiblichen Charakter. Sie bestand aus einem bestickten mit Spitzen verzierten Hemd, das an Brust, Taille und an den Ärmeln herausgquoll, sowie einem kurzen offenen Jäckchen mit knappen Ärmeln und einem weiten, hüftigen Hosenrock, der Rheingrafenhose, die an den Knien abgebunden und reich mit Schleifen verziert wurde, Das Hemd fiel außerdem über die Hose und sein Kragen wird durch eine Schleife ersetzt. Das Wams hatte sehr weite Ärmel. Perücken mit wilden Mähnen wurden sehr beliebt.

 

Nach der Rheingrafentracht entwickelte sich eine weitere Silhouette im Barock. Dazu gehörte die Allongeperücke, die äußerst voluminös hoch aufgetürmt, langlockig ist und dunkel, sowie der Justeaucorps, ein eleganter, enganliegender, knielanger Mantel, der vorne offen ist und hinten eine Falte hat, sowie einen Schlitz für den Degen, das Attribut des Barock. Dieser wurde aus Samt oder Brokat gefertigt, mit Tressen und Metallknöpfen verziert und bekam später abstehende Schöße. Die Weste war damals ganz neu, sie reichte bis zu den Knien. Dazu trug man eine über die Jahrzehnte immer enger werdende Kniebundhose, die Culotte, das Hemd, das gleich geblieben ist, und einen Jabot, die Masche um den Hals. Auch ein Schuh mit Karree und hohem Rist gehört dazu. Aus dem Schlapphut entwickelt sich der Dreispitz, bei dem die Seiten nach oben geklappt werden, um die Perücke sichtbar zu machen.

 

RUBENS 1610
RUBENS 1610

Während der niederländischen Mode und auch später ist die Frauenkleidung nicht so viel anders, wie die der Männer. Das steife Wams fällt weg, das Leibchen bekam eine bequeme Weite und wurde kurz gehalten oder hatte geschlitzte Schöße und die Taille wurde nach oben versetzt. Der weite Ausschnitt wurde mit einem flachen Spitzenkragen bedeckt, die bauschigen, kürzeren Ärmel ebenfalls mit einer Spitzenmanschette und auch Bändern verziert. Der Rock fiel in weichen Falten und war schleppend, noch immer musste er beim Gehen hochgehoben werden und zeigte so die vielen Unterröcke, dazu konnte auch eine kleine Zierschürze getragen werden.

 

Die Haare wurden wieder länger, da sie nicht durch den Kragen behindert werden. Zum Kleid trug man Pumps mit Absatz.

 

Nach 1648 verändert sich auch die Frauenmode, die vom französischen Hof beeinflusst wird. Erstmals wird ein Korsett getragen, das durch die enge Schnürung den Körper geformt hat. Das Mieder wurde darüber getragen, sowie einige Unterröcke. Die Robe oder Manteau ist das Oberkleid, sie ist eine Kombination aus Rock und Mieder in einheitlichen Materialien und vorne in der Taille geschlossen. Die Schneppe war eine verlängerte Spitze und der Stecker konnte eingesetzt werden, um das Oberteil zusammenzuhalten. Den tiefen Ausschnitt verzierte man mit Borten und Spitzen, auch die Ärmel erhielten die Engageantes. Darunter trug man eine andersfarbige, reich mit Borten, Bändern und Stickereien verzierte Jupe als Unterrock, die durch wegraffen und umschlagen des Manteau sichtbar wurde. Auch die Tournüre gab es schon, sie war ein Gestell aus Stahl- oder Fischbeinstäbchen, über das am Gesäß der Rock bauschig zum französischen Steiß gerafft wurde. Auch Hemden und Unterhemden gehörten dazu, deren Rüschen an den Ärmeln (Manschetten) sichtbar wurden. Die Schuhe waren gleich wie die der Männer. Die Haare wurden zum Teil hochgesteckt, ihre Farbe sollte dunkel und natürlich sein, ergänzt wird die Frisur durch den Fontange, eine Haube mit steifen, gefältelten Spitzenrüschen, die Orgelpfeifen glichen. Geschminkt hat man sich hell, mit ein wenig Rouge, Lippen und Augenbrauen wurden gefärbt. Accessoires waren der Fächer und das Schönheitspflaster, deren Position und Bewegungen eine eigene Kommunikationsform ergaben, mit der man sich jemand geheimerweise mitteilen konnte. Das war wichtig, denn sie alle hatten neben den Ehepartnern zahllose Affären.

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

+43 650 470 3217

JULIA2709@GMAIL.COM

VOGELWAIDTWEG 4

5400 HALLEIN