Ein kleines Textilwörterbuch

Im Lauf der Lektüre dieser Seite werden Sie über viele verschiedene Wörter stolpern, die Ihnen fremdartig erscheinen werden. Diese Wörter werden hier erklärt, damit Sie auch verstehen, was ich Ihnen sagen möchte.

 

Achtung! Das ist Lernstoff! Bei dieser Prüfung kriegen Sie zwar keine Noten, aber das ständige Hin und Her zwischen anderen Anleitungen wird Sie viele Nerven kosten.

 

A

Ärmelschnittformen: Für Ärmel gibt es im Grunde drei verschiedene Schnittformen: die Ärmelkugel, den Raglanschnitt und rechteckige Verlängerungen bei Schnitten mit übergroßen Schultern.

 

 


E

Endeln: die Kanten eines beliebigen Stoffes werden früher oder später ausfransen und im schlimmsten Fall den Stoff oder gar das fertige Stück unbrauchbar machen. Um das zu verhindern wird eine Zickzack-Naht an der Kante gemacht, wobei die eine Seite der Naht leicht über die Stoffkante hinausragen soll.

 


F

Faden verknoten: Vor einer Naht mit der Hand muss der Faden erst einmal verknotet werden: Der Faden wird eineinhalb mal um den linken Zeigefinger gewickelt und dann mit dem Daumen verdreht. Wenn man ihn jetzt vom Finger zieht sollte ein dicker Knoten entstanden sein, ein bisschen Übung braucht's schon.

 

 

 

 

 

 

Fäden vernähen: Bei einer Naht mit der Nähmaschine gewöhnt man sich an immer, immer, immer am Anfang und am Ende für etwa 5mm vorwärts, rückwärts, vorwärts zu nähen, dann sind die Fäden auch schon gut vernäht.

Beim Handnähen geht es nicht ganz so einfach: man sticht einmal auf der Rückseite ein, damit eine Schlaufe entsteht. Durch diese Schlaufe fädelt man die Nadel zweimal durch und zieht sie dann fest. Sicherheitshalber macht man diese Übung zweimal.

 

 

 

 

 

Feuerprobe: mit einem Feuerzeug wird ein Eck oder ein paar Fäden (möglichst klein) angezündet: wenn es zu einem öligen Plastikklumpen zusammenschmilzt ist es ein Polyesterstoff. Ja, Polyester, -amid und -acryl waren mal Erdöl. Plastik auch. Wenn es zu Aschestaub wird ist es Naturfaser.

 

 

 

 

 

 

Füßchenbreit: viele Nähte werden schön gerade, wenn man die gefaltete Kante genau unter der rechten Seitenkante des Füßchens durchlaufen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Futter: Das Futter ist eine zweite Schicht Stoff auf der Innenseite eines Kleidungsstücks, häufiger einer Tasche. Dieses Futter dient dazu die unschönen Nahtkanten zu verbergen. Auch Innentaschen können darin versteckt werden, die Nähte dafür sind so auf der Außenseite nicht sichtbar.

 


J

Jeans: die Jeans sind zwar oft auch dehnbar, haben aber nichts mit *Jersey* zu tun. Sie sind in einer bestimmten Art gewebt, wodurch ein schräges Streifenbild entsteht. Dies nennt man allgemein Köperbindung, bei Jeans aber Denim.

 

 

 

 

 

 

 

Jersey: so werden alle dehnbaren Stoffe bezeichnet, die nicht gewebt sondern mit einer Maschine gestrickt wurden. Ihre T-Shirts, Unterhosen, Jogginghosen und Pullover sind aus Jersey gemacht. Wenn Sie die beiden Bilder rechts genau ansehen, bemerken Sie den Unterschied.

 


N

Nähte ausbügeln: am Schönsten sehen die Nähte von außen aus, wenn Sie sie von der linken Seite bügeln. Die *Nahtzugabe soll dabei auf beide Seiten flach zurückgefaltet werden. Bei Patchworkdecken ist es nicht nötig, die Kanten zu endeln, wenn sie ein *Futter bekommen.

 

 

 

 

 

 

 

Nahtzugabe: überall, wo eine Naht ist, wird eine Nahtzugabe verwendet. Dies bedeutet, dass man den Stoff etwas breiter als tatsächlich gebraucht zuschneidet (ein Zentimeter reicht meistens...). Denn sonst würde die Naht einfach nicht halten. Hier ist die Nahtzugabe rechts von der geraden Naht zu sehen.

 


S

Saumnaht: die Kanten Ihres Kleidungsstückes sollten zwar schon ge*endelt sein, sehen so aber nicht besonders gut aus. Deshalb bekommt *Jersey eine Saumnaht mit der Zwillingsnadel. Dabei wird der Stoff einmal eingebügelt und dann über beide Lagen in gleichmäßigem Abstand noch einmal genäht.

 

 

 

 

 

 

Steppnaht: die Steppnaht ist der *Saumnaht ähnlich, nur für Gewebe. Bei ungefütterten Gegenständen (Polster, Tischtücher) werden die Kanten doppelt eingebügelt (siehe Nähtricks). Bei gefütterten Gegenständen (Taschen) dient die Steppnaht dazu *Futter und Außenstoff zusätzlich zu fixieren, wie im Bild zu sehen.

 

 

 

 

 

 

Stoff ausbügeln: wenn ein Stoff so verknittert ist, wie im Bild, muss er vor dem Zuschnitt gebügelt werden! Sonst wird's nix!

 

 

 

 

 

 

 

 

Stoffe reißen: bei normalen, dünnen Futter- und Baumwollstoffen erreicht man gerade Kanten und rechte Winkel am Besten durch reißen. Man schneidet ein bisschen in den Stoff hinein und reißt ihn an den beiden neuen Ecken auseinander.