Die Nähmaschine für Anfänger*innen

Die Nähmaschine ist die teuerste Anschaffung unter allen, die hier benötigt werden. Wenn eine zufällig eine Freundin hat, die schon eine Nähmaschine besitzt, sollte sie diesen Vorteil für den Anfang unbedingt nützen. Ansonsten lohnt es sich auch nach Nähcafés einmal umzusehen oder wie auch immer das Nähen mit der Nähmaschine einmal vorher zu testen. Oder zumindest seine Freude am selbermachen einmal mit allen Anleitungen hier, die mit Nähmaschinen nix zu tun haben, ausprobieren. Ich will es euch damit ganz gewiss nicht madig machen, aber wenn's Geld knapp ist...!

 

Wenn sie sich also dafür entschieden hat, eine solche Nähmaschine zu kaufen: auf willhaben.at und und amazon.de finden sich sicher ein paar gute Schnäppchen, aber es gibt auch die Nähmaschinen-Händler noch, die auch gebrauchte Maschinen verkaufen. Diese wissen oft, welche ihrer Maschinen besonders gut ist und können einen fachkundig beraten. Das Wichtigste beim Kauf einer Nähmaschine: sie soll einen Zickzackstich und einen geraden Stich nähen können, verstellbare Stichlängen und -breiten haben und einen Rückwärtsgang zum Vernähen (=Verknoten der Fäden). Mehr brauch ich nicht. Außer die Overlockstiche, die im (dehnbaren) Gewand oft zu finden sind, aber das ist eine ganz andere Maschine, die zum Anfangen sicher nicht geeignet ist. Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, würde ich in sekundenschnelle die gewöhnliche Haushaltsmaschine wählen, da sie vielseitiger ist. Diese Nähmaschine sollte sehr schwer sein, denn wenn sowohl Stoff als auch Maschine hin und her rutschen, wird die Naht ganz sicher nicht gerade. Meine wiegt gefühlte 10 Kilogramm und damit bin ich sehr zufrieden. Von meiner Seite ist Bernina (1000, 1010 und vor allem die Record 933) sehr zu empfehlen. Diese Maschinen können nämlich auch die Nadelposition von links nach rechts verschieben, weswegen ein Tausch des Füßchens auch bei Reißverschlüssen nicht nötig ist. Außerdem kann man so ohne die lästigen Gewohnheiten ändern zu müssen verschiedene Breiten der Nahtzugabe erreichen.

 

Sobald die in Zukunft sicher geliebte Maschine am Tisch steht, ist es höchst sinnvoll sich die Anleitung einmal ordentlich durchzulesen und alle ersten Schritte einmal auf kleinen Fleckchen auszuprobieren. Also einstecken und einfädeln nach der Nähmaschinen-Anleitung und auf einem Stück Stoff (A4) allerhand verschiedene Linien mit Kurven einzeichnen und mit allerhand verschiedenen Stichen (Länge und Breite verstellen) und einer kontrastierenden Nähseide einmal nachnähen. Wer mag kann dieses gelungene Ding auch zu einem Täschchen wie in der folgenden Empfehlung verarbeiten, dessen Reißverschluss dieselbe Farbe, wie die Nähseide haben soll. Diese erste Empfehlung für Anfängerinnen ist: eins der Patchwork-Täschchen selbst zu nähen. Die Erfahrung spricht, dass man sich danach mit der Nähmaschine sicher fühlt und sich die notwendigen Schritte einer Naht gut merken kann. Statt Bügeln sollte man allerdings immer (!!) endeln (=Zickzack-Stich).

 

Der wichtigste Grundsatz – von nun an – ist: immer so übergenau wie möglich zu arbeiten. Der zweitwichtigste Grundsatz ist immer so genau wie möglich alle Schritte der Anleitung befolgen und der drittwichtigste ist die ersten beiden auf gar keinen Fall zu vergessen. Sollte einer das passieren macht es sich sofort bemerkbar und man fragt sich, was für ein schiefes kleines Stück Elend das sein soll und unweigerlich auch ob man das Nähen nicht lieber anderen überlassen sollte... Wäre doch schade um das viele Potential und die Freude an den selbstgemachten Designobjekten und vor allem um die viele Bewunderung die man dafür einheimsen kann!