Und was wird zwei Jahre später sein...?

Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich begonnen mir Kleidungsstücke selbst zu nähen. Hobbymäßig halt. Jetzt ist es an der Zeit einmal Bilanz zu ziehen. Geschafft habe ich:

 

3 Mäntel

5 Jacken

17 Pullis

18 Kleider

21 Shirts

2 Hosen

4 Loops

2 Beanies

 

Das sind 72 Kleidungsstücke, die ich auch tragen kann!!! Vielleicht sind mir ein paar ausgekommen, aber prinzipiell ist das auch so ein ziemlich zum Bersten gefüllter Kleiderschrank. Nicht alle sind Lieblingsstücke geworden, aber je länger ich nähe, desto mehr werden ziemlich oft getragen. Freilich waren auch ein paar Fehlschläge dabei, aber die wurden hier nicht mitgezählt. Es waren schon mindestens drei Hosen und eine Jacke... aber auch die "Fails" wurden seltener, je länger ich genäht habe.

 

Je länger ich genäht habe, desto süchtiger wurde ich danach. Am Anfang habe ich es mir auch ziemlich schwierig vorgestellt. Wie soll ich jemals zu einem vollen Kleiderschrank kommen, wenn ich allein für ein Shirt drei Stunden brauche? Aber es ist zum Großteil ein Handwerk und wie bei jedem Handwerk gilt: Übung macht den Meister. Ein Shirt schaffe ich mittlerweile in einer Stunde, weil der Schnitt fertig in der Mappe liegt und ich um einiges schneller stecke, schneide und nähe als am Anfang.

 

Mittlerweile weiß ich, was ich wirklich mag. Deshalb gelingt jedes Kleidungsstück. Es gibt etwa vier Schnittformen, die in unzähligen Variationen immer was werden. Auch wenn ich müde bin. Außer ich weiß eh, dass es mir nicht gefällt, mache es aber trotzdem, weil ich ...? Nicht nachdenke? Keinen besser passenden Ärmelstoff finde? Diese Fehler lassen sich grundsätzlich eh vermeiden.

 

Mittlerweile vermisse ich auch das Einkaufen gehen ganz und gar nicht. Es gibt eh nix, das meinen hohen Standards entspricht. Grins. Und wenn doch, dann schaue ich die gekauften Kleidungsstücke beim Outfit zusammenstellen nur an und denke: Mei, die selber genähten sind mir aber lieber...! Weil ich dann neben dem schicken Outfit auch noch stolz auf meine Fähigkeiten sein darf!!

 

Und meine FairTrade Bilanz ist auch um einiges besser, als bei gekauften Kleidungsstücken. Mir hat die Arbeit daran ja echt viel Freude bereitet. Und die Geselligkeit mit Freunden etwas zu nähen noch viel mehr!! Wenn man selbst näht, müssen nur andere die Baumwolle anbauen, ernten und färben. Wenn man einen gemusterten Stoff kauft - was ich selten tue - kommt auch noch ein Designer dazu. Aber Garn spinnen und Stoff stricken/weben machen mittlerweile Maschinen.