Die ersten Designs

Da ich es absolut jeder und jedem zutraue ein schönes Designobjekt selbst herzustellen, werde ich euch mit meinen ersten Schritten beim Design vertraut machen. Ob das gute Design jedem in die Wiege gelegt wurde oder ein Fall für eine geniale Anleitung ist, sei dahingestellt. Ist auch gar nicht notwendig, da eine Entscheidung zu treffen.

 

Das Wichtigste ist einfach mal über den eigenen Schatten zu springen und sich an die schwierigste aller Herausforderungen beim „Selber machen“ heranzuwagen: Das Design des selbstgemachten Gegenstandes zu planen.  Für den Anfang ist es sicher gut, sich nur für eine Farbe zu entscheiden und ansonsten einfach die gewählte Anleitung zu befolgen. Meine Anleitungen mache ich so, wie sie mir gefallen. Sollte jemand lieber blau oder grün verwenden, muss sie dies selbst einfach ausprobieren und mir bitte Fotos schicken. Nur so nebenbei: anders geht es mir auch nicht. Welche Farbe einem und einer am Besten gefällt ist eine sehr emotionale Entscheidung, die sich nicht wirklich rational begründen lässt. Die Farbwahl ändert sich auch im Lauf des Lebens hin und wieder. Die besten Argumente, die mir spontan einfallen sind: ich bin der Typ für rot und schwarz, das Teuflische daran stört mich gar nicht. Oder: beige und weiß passt so gut zusammen, das gefällt mir. Gewünschte Farben bitte statt der Erwähnten einfach ändern.

 

Wichtig dabei ist immer, sich an schon vorhandenen Farben zu orientieren. Ich glaube, dass in jedem Kleiderschrank ein paar wenige Farben dominieren und die andersfärbigen Kleidungsstücke nur selten getragen werden. Oder zumindest eine bestimmte Farbintensität immer gleich bleibt: die einen mögen's knallbunt, fast schon neon, die anderen lieber abgetönte Farben, die einen bevorzugen Braun- und Beigetöne, die anderen dafür eher Grau und Schwarz. Manche sind eher hell, Richtung Weiß, die anderen vielleicht eher dunkel, Richtung Schwarz. Diese Linie sollte man bei Kleidungsstücken und Taschen einfach beibehalten, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es einem gefällt immens. Bei Schmuck und Schals (die zähle ich einfach zum Schmuck) hingegen meine ich, dass der durchaus kontrastieren darf. Gerade wenn alles – zugegebenerweise wie bei mir – immer schwarz zu grau wird, ist grellbunter Schmuck ein echter Hingucker, wie man so zu sagen pflegt. Gewagter wird’s dann schon, wenn auch die Schuhe und die Tasche eine auffällige Farbe haben. Wenn's alles selbst gemacht ist, kann man sich da schonmal eine Serie machen: dann haben Tasche, Schuhe und Schmuck einfach mal dieselbe Farbe. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie durch und durch gestylt so ein Outfit mit einem einfachen grauen Pulli und einer dunkelblauen Jeans auf einmal aussieht.

 

Design bedeutet oft einfach eine durchgehende Linie zu finden, wie ich es schon beschrieben habe. Natürlich lässt sich so eine Anleitung auch ganz einfach in ganz etwas anderes verwandeln. Wer lieber große Perlen trägt, sollte sich auch große Perlen zum Selbermachen kaufen. Wer gern kleine trägt, kann bei den kleinen bleiben. Wer gern mehr Schmuck mit kleinen Perlen trägt, der muss mehr fädeln. Man wählt die Anleitungen nach dem eigenen Geschmack, wie die Farben nach dem eigenen Geschmack gewählt werden. Manchmal lohnt es sich aber etwas, das einem eigentlich nicht soooo gefällt in der eigenen Lieblingsfarbe auszuprobieren, um zu sehen ob es einem dann schon gefällt. Je mehr man einfach mal ausprobiert hat, desto sicherer wird man und entwickelt so etwas wie ein Gefühl dafür, was einem gefällt und wie man etwas noch ein wenig verändert, damit es einem auch gefällt. Durchhaltevermögen ist bei jedem Designer gefragt, da darf man sich nicht so schnell aus der Fassung bringen lassen.

 

Die Grundlage dafür schaffen wir immerhin beim einkaufen gehen. Da muss man ja auch Outfits zusammenstellen und kauft manchen Pulli, weil er zu der schon vorhandenen Hose passt. Und dann überlegt man sich daheim mit welcher Tasche und welchen Schuhen das gut aussehen würde und was man dafür noch so finden möchte. Wenn man sich das, was man dafür noch finden möchte eigenständig vorstellen kann und dann am Ende eine gute Anleitung findet mit der man das selbstständig umsetzen kann, zählt man schon zu den fortgeschrittenen Designer*innen. So kann man sich Produkte selbst schaffen, die bei den großen Ketten nicht zu haben sind.

 

Wenn ich so durch die Straßen schlendere, sehe ich ganz viele Damen, die das beim Einkaufen schon intuitiv ganz richtig machen. Die Männer haben da ja nicht so große Wahlfreiheit und damit wird auch die Qual der Wahl um einiges leichter. Was mich wieder zu meinem Satz am Anfang führt: jede kann es. Sie muss sich nur genauso intuitiv an das Design heranwagen. Sich trauen, einfach mal langweilig zu sein und nur eine Farbe und ein paar „Nicht-Farben“ miteinander in einem Outfit zu kombinieren. „Nicht-Farben“ nenne ich Gold, Braun, Beige, Grau, Silber, Schwarz, Weiß und Jeans; da diese die Eigenschaft haben zu fast allen Farben gut zu passen. Dabei muss man sich nur auf sein Gefühl verlassen und einfach das nehmen, das einem miteinander gefällt. Wer mag, kann ja auch bei den „Nicht-Farben“ bleiben. Aber zumindest ein bisschen Glitzern und Schillern beim Schmuck peppt jedes noch so graue Outfit auf. Zwei Farben zu kombinieren ist hingegen sehr schwer, damit sollte man nicht anfangen. Es wird momentan auch nicht als elegant empfunden zu viele Farben zu kombinieren. Aber man entwickelt – wie gesagt – ein nicht rational begründbares Gefühl für das Design. Dies sollte man genießen und einfach mal drauflos probieren.

 

Vergesst nicht dabei auch ein bisschchen Spaß zu haben!