Genug kann nie genügen?

 

In letzter Zeit geht mir ein Satz relativ häufig durch den Kopf: auf den Dächern sitzt ein satter Gott und predigt von Genügsamkeit. Es kommt einem zuerst wie ein Ding der Unmöglichkeit vor. Aber es geht. Bevor ihr weiterlest möchte ich euch darauf hinweisen, dass keine der nachfolgenden Erfahrungen auf freiwilliger Basis passiert ist. Aber es ist halt echt ned leicht als kreative Textilerin in Salzburg zu leben. Die Stadt ist schön. Aber wenn man das nicht machen kann, was man machen will, bringt einem eine schöne Stadt auch nix.

 

 

weniger ist mehr

2013 wars. Da hab ich meine Diplomarbeit begonnen. Ich habe nämlich immer immer immer fotografiert. Und irgendwann hatte ich 15 000 Aufnahmen. Verrückt, oder? Und das Sortieren für meine Abschlussausstellung war dann auch richtig schwer. Irgendwie war keines der Fotos wirklich gut, weil ich nie so viel darüber nachgedacht habe, was ich da mache. Sie waren gratis und es ist schnell gegangen. Wenn ich jedoch analog hätte fotografieren müssen, hätte ich auch viel mehr darüber nachgedacht. Da hätte jedes Foto ca 1,64€ gekostet. 15000 wären da auf 24545,45€ gekommen. Deshättichmirnedleistenkönnen...!!! Also hab ich beschlossen herauszufinden, was ein gutes Foto ausmacht und gewonnen! Mittlerweile mach ich pro Spaziergang nicht mehr 100 sondern 10. Wenn überhaupt die Kamera dabei ist, ich weiß ja bei welchem Licht ich gar nicht erst anfangen brauche...

Aber ich hab diese Vorsicht in den letzten 7 Jahren so verinnerlicht, dass ich eigentlich immer gut aufpass. Gefällt mir das wirklich? Oder soll ich es nicht anders machen? Trage ich so bunte Kleider? Und jetzt bin ich mit meinem minimalistischen Kleiderschrank eigentlich sehr zufrieden. Mehr feine Wolle dürfte es sein. Baumwolle ist eh nicht optimal, weder im Aussehen, noch in der Produktion.

Falls ihr auch dringend ausmisten solltet: Marie Kondo hilft dabei sehr! Die kann das erklären, was ich übers Fotografieren gelernt habe.

 

bessere qualität ist besser

 Mein Paradebeispiel hier ist diese alte Lafuma-Regenjacke, die ich schon 16 Jahre lang habe. Es gibt echt keinen Grund eine neue zu kaufen. Erstens ist sie besser geschnitten als die neuen, zweitens nach wie vor wasserdicht, schwarz geht immer, vor allem bei mir. Ich glaub, die behalt ich. Sorry. Brauch keine andere.

Und dann hab ich da einige Kleidungsstücke die hochwertig sind. Ein pinker Seidenschal - der ist so schön, da kann sonst kaum was mithalten. Dünne Wolljacken. Die wärmen so gut, das möchte man gar nicht glauben. Und elegant sehen sie auch aus. Aber ich bin einfach ein Fan von diesen neuartigen Sportmaterialien. In Zukunft möcht ich eigentlich alle Jacken entweder aus teurem Wollstoff oder aus diesem Sport-Fleece nähen. Das zahlt sich echt so aus! Bei bleed gibt es da auch so einige Kleidungsstücke, die da mithalten können. Die Marke gefällt mir wirklich gut.

Dafür muss man dann momentan etwas mehr Geld ausgeben. Aber auf lange Sicht zahlt es sich mehr als nur aus!

 

ressourcen schonen ist gut

Ich hab schon in einigen Dokumentationen gesehen, dass Europa von Billigklamotten überflutet wird. Die wir dann gutherzig an Hilfsorganisationen spenden, die alles nach Afrika liefern. Dort wird es eh gewinnbringend verkauft. Die hauen also nicht nur den Markt in China(Bangladesch zusammen, sondern auch unseren und wir dann den in Afrika. Die Folge davon ist, dass nirgends wo mehr gute Textilien produziert werden können. Und ich ein echt hartes Leben habe, weil welchen Sinn hat mein Leben, wenn ich nicht Mode designen kann? Neuerdings spiel ich ganz gern Scrabble mit mir selbst, wie ein Freund von mir sagt. Weil ich da alle Buchstaben bekomme, die ich brauche. Wir reden vom Texte schreiben....

Der Punkt ist der Planet gibt so viel Material eigentlich gar nicht her. Ich will es gar nicht wissen wie viele Tonnen das sind. Da würde ich nur winseln. All das Potential! Verschwendet! Aber seht selbst.

 

meine identität

Und dann hab ich irgendwann kapiert, dass diese Dinge, die ich schon so lang habe, zu einem Teil meiner Identität werden. Das sind meine Regale, das ist mein iMac (der mit dem Schneeleopard-Pickerl), das ist meine Regenjacke. Und wenn ich dann vorm Spiegel steh sind die kurz geschorenen Haare mein Haarschnitt und die schwarzen Kleidungsstücke mein Stil. Das mit dem roten Lippenstift sollte ich ernsthaft machen. Aber das wird dann auch meine Identität!

 

♥️

ALSO WAS IST ES DAS IHR WIRKLICH WOLLT? WAS IST ES DAS IHR BRAUCHT? Ein teures Auto? Zuviele Kleidungsstücke? Ein teurer Laptop? Jedes Jahr das neueste Handy? Oder ist es doch Zeit für Freunde? Für die Familie? Für Reisen, um die Welt zu sehen? Das war es immer, was ich für mich sicherstellen wollte. Dann würde ich auf die Suche nach Stoffen gehen, die ein tolles Muster haben. Oder nach Materialien, mit denen man tolle Stoffe weben, stricken, färben oder bedrucken kann. Ja und weiter? Würde ich den, der diese Stoffe produziert, unterstützen wollen und versuchen diese auch in Österreich zu verkaufen. Oder Verbindungen zu Modedesignern herstellen.

Und im Kleinen? Was braucht ihr wirklich? Gibt es da eine grünere Alternative die cooler ist? Oder hält die alte schon noch ein paar Jahre? Kann man sich auch ohne Smartphone zum Kaffee treffen und danach nicht shoppen gehen? Kauf ich lieber etwas teurere Tomaten vom Türken am Bahnhof? Weil die dann nach Tomate schmecken und nicht nach Eiswürfel mit einem lustigen Beigeschmack?

 

Wenn mein Ende nicht mehr weit ist, ist der Anfang schon gemacht. Weil's dann keine Kleinigkeit ist, ob die Zeit vertane Zeit ist, die man mit sich zugebracht, Konstantin Wecker wieder.

 

Diese Seite soll ein Wegweiser für faire und nachhaltige Kleidung sein. Außerdem will ich euch den Zauber vom selbermachen näherbringen. Es gibt so viel anderes zu Entdecken!! Es ist auf dieser Seite aber alles erst am Entstehen. Und das Motto ganz oben gilt vielleicht am meisten für mich selbst.

 

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